Sehr lesenswert

Erzählt wird die Geschichte zweier Frauen in unterschiedlicher Zeitebene. In der Vergangenheit ist es Blanche , die 1926 eines der ersten Frauenhäuser in Paris gegründet hat, welches auch heute noch steht. Gegen alle Widerstände und auch unter Aufopferung ihrer eigenen Gesundheit gelingt es ihr, ein sehr großes Haus für all die misshandelten und geschlagenen Frauen als Zufluchtsort zu schaffen.

In der Gegenwart geht es um die Staranwältin Soléne, die nach einem tragischen Vorfall eines Mandanten ein „Burnout“ erleidet. Nach einiger Zeit, rät ihr Therapeut, sich wieder langsam ins Berufsleben rein zu finden. Sie bewirbt sich im Frauenhaus als „Briefeschreiberin“, stößt aber zuerst nur auf Ablehnung, bzw. Nichtbeachtung. Erst als es ihr gelingt, für eine Obdachlose 2,oo Euro von einem Supermarkt erstattet zu bekommen (Sie, die vorher mit Millionen jongliert hat) oder als sie für eine Mutter aus Guinea, die mit ihrer Tochter geflüchtet ist, um sie vor Genitalverstümmelung zu schützen einen langen mehrseitigen Brief an den zurückgelassenen Sohn schreibt, um ihm zu versichern, dass sie ihn nicht weniger liebt und mit jeder Faser und jeden Augenblick an ihn denkt, wird sie langsam in das Leben der im Frauenhaus lebenden Frauen einbezogen.

Ein berührendes Buch über geflüchtete, geschlagene, aus der Bahn geworfene, aber auch starker Frauen

Colombani, Laetitia
Fischer, S. Verlag GmbH
ISBN/EAN: 9783103900033
20,00 € (inkl. MwSt.)